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Kartoffelernte wie vor 100 Jahren beim Heimatverein Wesuwe

 

Die Völker der Inka kannten die Vorzüge der Kartoffel schon vor 2.000 Jahren. Mit den spanischen Eroberern kam die „pápa“ im 16. Jahrhundert nach Europa. Durch Friedrich dem Großen und seinem „Kartoffelbefehl“ von 1756 wurde die tolle Knolle ein wichtiger und fester Bestandteil der deutschen Küche. Allerdings musste der König dazu erst einen Trick anwenden. Im Volksmund gibt es das Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“, dieses Sprichwort traf auch für die Kartoffel zu.

Mag sein, dass es daran gelegen hat, dass die Menschen zunächst nur das oberirdische Grün der „Tartoffelpflanze“ probiert hatten und dadurch reihenweise krank wurden. Oder sie waren tatsächlich neuen Dingen gegenüber sehr misstrauisch. Der König ließ jedenfalls seine Kartoffelfelder von Soldaten bewachen, um so den Anschein zu erwecken, die Kartoffel sei besonders wertvoll. Das weckte die Neugier der Bauern. Heimlich stibitzten sie unter den „wachsamen Augen“ der Soldaten einige der Pflanzen und bauten als bald auch auf ihren Feldern Kartoffeln an.

Der Anbau der Kartoffel in ganz Europa brachte den Menschen aber auch Nachteile. Dort, wo die Knolle zum Hauptnahrungsmittel geworden war, kam es durch Missernten zu großen Hungersnöten. So auch in Irland zwischen 1845 und 1849. Während dieser großen Hungersnot starben über eine Million Menschen. Eine weitere Million wanderte deshalb in die Neue Welt aus.

Die Kartoffel ist ein Massenprodukt geblieben. In Deutschland werden etwa 140 Sorten angebaut. Sie sind festkochend, mittelfest – was als vorwiegend festkochend bezeichnet wird – oder mehlig kochend. Das heißt, sie haben einen höheren Anteil an Stärke. Kartoffeln sind sehr gesund. Pflanzliches Eiweiß, viele wichtige Mineralstoffe und die Vitamine A, B und K machen aus ihnen Powerknollen. Heut zu Tage werden sie meist mit großen Maschinen von Landwirten geerntet.

Der Heimatverein Wesuwe lud am Samstag, den 30.August 2014 Familien und deren Kinder zu einer besonderen Kartoffelernte ein. Kartoffelernte wie vor 100 Jahren! Wie zu Beginn des 19 Jahrhunderts wurden die Kartoffeln per Hand mit Spaten und Gabel sowie mit einem Schleuderroder der Firma Lanz ausgemacht. Der Schleuderroder rodet die Kartoffeln mit einem flachen, den Kartoffeldamm leicht anhebenden und aufbrechenden Schar, und einem nachfolgenden, rechtwinklig zum Schar und damit zur Dammrichtung angebrachten Schleuderstern, der die Kartoffeln seitlich auf das Feld „schleuderte“. Die neugierige Kinderschar konnte so dann die  Kartoffelknollen leicht auffinden und einsammeln. Der neue 1.Vorsitzende des Heimatvereins Wesuwe, Heinz Wessels war mit dem Verlauf des Vormittags dann auch sichtlich zufrieden.

Zur Belohnung wurden die Kindern und Eltern dann in den Heimathof „Ohmes Hues“ eingeladen. Dort bereiteten Lene und Heini Kathmann aus der gewonnen Kartoffelernte leckere, selbst gemachte Kartoffelpuffer am offenen Kaminfeuer zu. Heinz Wessels versäumte es nicht, die Eltern und Kinder und Interessierte zum Wesuweer Kartoffelmarkt am Sonntag, den 21.September 2014 ab 11 Uhr einzuladen. Neben verschiedenen Vorführungen des AK Agrartechnik erwartet die Besucher ein buntes Programm Rund um die „tolle Knolle“! Und auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, neben Kaffee und Kuchen, Gegrilltem gibt es natürlich alles, was das Kartoffelliebhaberherz begehrt.

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