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Kolpingtheatergruppe Haselünne begeistert im Heimathaus Wesuwe

Es gehört schon zur guten Tradition, dass die Kolpingtheatergruppe aus Haselünne zu Jahresbeginn ihr aktuelles Bühnenstück im Wesuweer Heimathaus zur Aufführung bringt. Einmal mehr stellte die Schauspielgruppe um Regisseur Willi Jansen nun Ende Januar unter Beweis, warum sie zu einer der besten Amateurtheatergruppen in der Region zählt. Im Stück „Dät Hörrohr“ vom niederdeutschen Autor Karl Bunje geht es um den schwerhörigen Opa Meiners, der von seinen Verwandten um Haus und Hof gebracht werden soll. Vor allem Berta, die nicht ganz so liebe Schwiegertochter wie zu Beginn vermutet, spinnt gemeinsam mit dem windigen Hamburger Kiez-Wirt Hogeback eine Intrige, um Hof Meiners an sich zu bringen. Den „Alten“ wollen sie dabei ins Altersheim verfrachten und aufgrund seiner Schwerhörigkeit für dumm verkaufen. Wäre da nicht die neueste Generation der Hörtechnik die diese Pläne mehr als durcheinander bringt.

 

Eins wurde bereits zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Plattdeutsches Theater passt in das über 100 Jahre Wesuweer Heimathaus wie die Gurke zum Leberwurstbrot. Das Bühnenbild in Form einer alten Bauernstube mit liebevoll ausgestatteten Requisiten schmiegte sich perfekt an den alten Holzständerbau. Das eigentliche Fundament des tollen Theaterstücks stellen aber zweifelsohne die tollen Schauspieler der Haselünner Theatergruppe dar. Meisterlich, wie in alter Henry Vahl Manier, Andreas Josefus in seiner Rolle als Opa Meiners glänzt und dem Publikum durch Mimik und Gestik immer wieder ein herzhaftes Lachen aus den Herzen zaubert. Berta Meiners, alias Monika Baldauf verkörpert perfekt die Rolle der vermeintlich loyalen Schwiegertochter und Gattin von Opa Meiners Sohn Jochen, der eindrucksvoll von Herbert Firlus gespielt wird. Auch Dietmar Peters in seiner Rolle als Lackschuh-Kneipenwirt Arnold Hogeback vom Hamburger Kiez und Lieschen Quadfasel alias Sandra Rohe, Frau des örtlichen Landbriefträgers Tobias, alias Engelbert Tebben wissen in ihren Rolle mehr als zu überzeugen. Einfach herrlich, wie Heike Wübben und Klaus Hopster die Rollen des Knechtes und der Magd nebst Liebesaffäre auf der Bühne darstellen. Komplettiert wird die Schauspielgruppe vom Haselünner Kaplan, Detlef Perk, der die Theatergruppe in diesem Jahr durch seine Schauspielkünste unterstützt. Am Ende gibt er dem Stück als Notar Fesenfeld entscheidende Impulse und weiß alleine durch seine Statur und Ausstrahlung schon zu entzücken. Es ist beeindruckend, dass in diesem Stück keine Rolle wirklich herausragt sondern die Geschichte und jeder einzelne Schauspieler zum großen Ganzen beitragen können. Und nicht zu vergessen, alle Personen die bei einem solchen Theaterstück im Hintergrund arbeiten. Die Kolpingtheatergruppe Haselünne vereint ein perfektes Zusammenspiel vieler Akteure, das ist beeindruckend.

 

 „Wi holt fast än Mouders Sproake, dät is för us`ne Ehrensoake“, heißt eine Titelzeile auf dem Programmheft des Abends. Bereits seit vielen Jahren ist es die plattdeutsche Sprache, um deren Erhalt und Pflege sich die Theatergruppe um Spielleiter Willi Jansen verdient macht. Die Sprache und das volkstümlichen Theater wird heut zu Tage oft belächelt und als altmodisch und verstaubt dargestellt. Das ein plattdeutsches Theaterstück, dass erstmalig 1960 im deutschen Fernsehen zur Aufführung kam auch heute noch mit Inhalten und aktuellen Themenstellungen nachdenklich machen kann beeindruckt indes. Menschenschicksal und Komödianterie in stetem Ineinander, das ist das Geheimnis des kleinen Lustspiels um Opa Meiners, der in seiner Mischung aus Verkauztheit und Lebensabendgüte zugleich einen waschechten Menschen vom Lande verkörpert. Und genau von diesen Menschen gibt es in der heute doch schnelllebigen Zeit leider viel zu wenig. Chapeau liebe Kolpingtheatergruppe Haselünne, eine besondere Aufführung in einer besonderen Zeit!